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Ist Masturbieren gesund? Erforschung der Vorteile und Risiken

Healthandgo Redaktionsteam Logo
Geschrieben von
Dr. med. Marcus Horstmann, Facharzt für Urologie und Andrologie
Überprüft von
28.02.2024
7 min

In diesem Artikel erforschen wir die Gesundheitsaspekte der Masturbation. Wir werfen einen fundierten Blick auf die Vorteile und möglichen Risiken dieser intimen Handlung, um zu beantworten: Ist Masturbieren tatsächlich gesund? Unser Ziel ist es, Mythen aufzulösen und das Bewusstsein für Sexualgesundheit zu fördern.

Masturbation auf einen Blick

  • Masturbation ist eine risikoarme sexuelle Aktivität und kann zu einer erhöhten körperlichen, geistigen und sexuellen Gesundheit beitragen, einschließlich Stressabbau, Selbstentdeckung und Verbesserung der Stimmung.
  • Zu viel masturbieren, insbesondere in Verbindung mit Pornografiekonsum, kann zu einer Reihe von Problemen führen, darunter plötzliche Erektionsstörungen, reduziertes sexuelles Verlangen oder Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erreichen.
  • Die Frequenz der Masturbation variiert von Person zu Person und es gibt keine "richtige" oder "falsche" Menge. 
  • Bei Männern verringert die Masturbation den Testosteronspiegel nicht. Eine mehrwöchige sexuelle Abstinenz kann jedoch zu einem Anstieg des Testosteronspiegels führen.

Masturbation: Eine weit verbreitete Sexualpraktik. Oder doch nicht?

Masturbation, auch bekannt als Selbstbefriedigung, ist eine normale und gesunde sexuelle Aktivität, die den Großteil der Menschen, unabhängig von Alter und Geschlecht, betrifft. Es beinhaltet das manuelle Stimulieren der eigenen Genitalien, was oft, aber nicht immer, zum Orgasmus führt.

In sämtlichen Ländern gaben zwischen 41 % und 65 % der Männer sowie 27 % und 40 % der Frauen an, im vorherigen Monat mindestens einmal masturbiert zu haben. Zufriedenheit mit sexueller Aktivität und Einstellungen, die Missbilligung von Sex ohne Liebe betreffen, waren signifikante Prädiktoren für berichtete Masturbation in fast allen Ländern und bei beiden Geschlechtern. [1]

Diese Zahlen variieren je nach kulturellen, religiösen und persönlichen Einstellungen, zeigen aber eindeutig, dass Masturbation eine weit verbreitete und normale menschliche Aktivität ist. Sie ist ein wichtiger Teil der menschlichen Sexualität und des individuellen sexuellen Ausdrucks, mit potenziellen Vorteilen für die körperliche und geistige Gesundheit. Leider kann zu viel Selbstbefriedigung einige Nebenwirkungen haben, die sich auf die Psyche und sexuelle Gesundheit auswirken können.

Ist Masturbieren gesund?

Mann sieht Erwachsenenvideo auf Tablet als Konzept von Porno und Masturbation

Masturbation, als eine Form der Selbstbefriedigung, ist ein integraler Bestandteil der menschlichen Sexualität und kann gesundheitliche Vorteile bringen. Es gibt jedoch verschiedene Kontroversen und Missverständnisse zu diesem Thema. Daher ist es wichtig, sowohl die positiven als auch die möglichen negativen Aspekte zu betrachten.

Ein gesundes Maß an Masturbation kann zu einer erhöhten körperlichen, geistigen und sexuellen Gesundheit führen. Hier sind einige spezifische Gründe, warum Masturbation häufig als gesund angesehen werden kann:

  • Stressabbau: Masturbation kann dazu beitragen, Stress und Anspannung abzubauen. Es fördert die Freisetzung von Endorphinen und Dopamin im Gehirn, die als "Glückshormone" bekannt sind. Diese Hormone helfen dabei, das Stresshormon Cortisol zu senken, wodurch das allgemeine Wohlbefinden gesteigert wird. [2], [3]
  • Selbsterkundung und Selbstkenntnis: Masturbation ermöglicht es Individuen, ihren eigenen Körper zu erkunden und ein Verständnis für ihre eigenen sexuellen Vorlieben zu entwickeln. Dieses Wissen kann das sexuelle Selbstvertrauen stärken und zu einer befriedigenderen sexuellen Erfahrung führen, sowohl allein als auch mit einem Partner.
  • Verbesserte Stimmung und Wohlbefinden: Die beim Masturbieren freigesetzten Endorphine und das Hormon Dopamin können nicht nur Stress reduzieren, sondern auch die Stimmung verbessern und das allgemeine Wohlbefinden steigern. [3]
  • Verbesserung der sexuellen Gesundheit: Masturbation kann die sexuelle Gesundheit fördern, indem sie hilft, den Körper besser kennenzulernen und sexuelle Vorlieben zu verstehen. Sie kann auch dazu beitragen, sexuelle Leistungsfähigkeit und Ausdauer zu verbessern und Männern dabei helfen, eine vorzeitige Ejakulation zu kontrollieren. [4] Verheiratete Frauen, die masturbierten hatten mehr Orgasmen, mehr Selbstbewusstsein, eine höhere Libido und mehr Zufriedenheit mit ihrer Ehe und ihrem Sexualleben. [5]
  • Verbesserung der Prostata-Gesundheit: Bei Männern kann regelmäßige Masturbation helfen, das Risiko, an einem Prostatakrebs zu erkranken, zu senken. Die Freisetzung von Samenflüssigkeit kann dazu beitragen, die Ansammlung potenziell karzinogener Substanzen in der Prostata zu verringern. Eine Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Ejakulationsfrequenz und Prostatakrebs. Männer, die 21 Ejakulation oder mehr pro Monat erzielten, hatten ein geringeres Prostatakrebsrisiko, als Männer zwischen 20 und 29, die 4 bis 7 Mal pro Monat ejakulierten [6]. 
  • Stärkung des Immunsystems: Einige Studien deuten darauf hin, dass Masturbation das Immunsystem stärken kann. Wissenschaftler haben dazu Probanden/Probandinnen gebeten, bis zum Orgasmus zu masturbieren. Dann haben sie ihr Blut untersucht.  Die Blutbilder zeigten, dass sexuelle Erregung und Orgasmus die Anzahl bestimmter Zellen in unserem Blut, die als Leukozyten bekannt sind und uns helfen, gesund zu bleiben, erhöhen. Besonders eine spezielle Art von Leukozyten, die als "natürliche Killerzellen" bezeichnet werden, nahm zu. Diese Zellen sind ein Teil des Immunsystems des Körpers und helfen uns, gegen Krankheiten zu kämpfen. Andere Arten von Zellen, die als T-Zellen und B-Zellen bezeichnet werden, blieben jedoch gleich, egal ob die Freiwilligen einen Orgasmus hatten oder nicht. [7]
  • Gesundheit des Beckenbodens: Masturbation, insbesondere bei Frauen, kann zur Stärkung der Muskeln des Beckenbodens beitragen. Dies kann die sexuelle Funktion verbessern und bestimmten Gesundheitsproblemen, wie z. B. Inkontinenz, vorbeugen. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass Masturbation diesbezüglich gleich effektiv ist, wie gezieltes Beckenbodentraining.
  • Sichere und risikofreie sexuelle Aktivität: Masturbation ist eine vollkommen sichere sexuelle Aktivität. Es besteht kein Risiko für sexuell übertragbare Infektionen oder ungewollte Schwangerschaften.

Obwohl das tägliche Masturbieren für viele Menschen als Teil einer gesunden sexuellen Routine angesehen wird, kann es bei einigen zu Problemen führen, insbesondere wenn es zu einem obsessiven Verhalten wird oder den normalen Alltag beeinträchtigt. Es ist wichtig zu beachten, dass Menschen, die zu viel masturbieren, vor allem in Verbindung mit Pornographiekonsum, zu einer Reihe von Problemen führen kann, darunter Erektionsstörungen, reduziertes sexuelles Verlangen oder Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erreichen.

In solchen Fällen können Betroffene den Eindruck haben, dass Masturbieren schädlich ist. Es ist jedoch nicht die Masturbation an sich, die schädlich ist, sondern das Ausmaß und der Kontext, in dem sie betrieben wird. Daher ist es wichtig, ein gesundes Gleichgewicht zu finden und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Masturbation zu einer Quelle von Stress oder Angst wird oder andere Aspekte des Lebens negativ.

Die folgende Tabelle verschafft einen groben Überblick über die potenziellen Vor- und Nachteile von Masturbation (unabhängig von der Frequenz).

Potenzielle Vor- und Nachteile der Masturbation

Vorteile der Masturbation

Nachteile der Masturbation

Erhöhtes Selbstvertrauen

Belastung sozialer und romantischer Beziehungen

Gesundheit des Beckenbodens

Kann zur Obsession werden

Positiver Einfluss auf Beziehungen

Kann zur Vermeidung von Problemen führen

Selbsterkundung und Selbstkenntnis

Mögliche Desensibilisierung und verringertes Vergnügen

Sichere, risikofreie Aktivität

Mögliche körperliche Beschwerden

Sexualerziehung und Selbstbewusstsein

Risiko einer verzerrten Sexualität

Stressabbau und Entspannung

Schuld- und Schamgefühle

Verbesserte sexuelle Erfahrungen

Schwierigkeiten, Befriedigung mit Partner zu erreichen

Verbesserte Stimmung und Wohlbefinden

Unrealistische Erwartungen durch Pornos

Förderung der Prostatagesundheit

Kann zu Abhängigkeit führen

Stärkung des Immunsystems

Gestörter Dopaminhaushalt

Wie oft sollte man masturbieren?

 Fernbedienung in der Hand eines Mannes vor dem Hintergrund eines erotischen Films als Konzept von Porno und Masturbation

Die Frequenz der Masturbation kann von Person zu Person stark variieren und es gibt keine "richtige" oder "falsche" Menge. Leider gibt es auch keine Studien, die eine bestimmte Frequenz suggerieren, bei denen sich die oben erwähnten Vorteile etablieren, ohne unter den potenziellen Nachteilen zu leiden.

Einige Menschen masturbieren mehrmals am Tag, andere vielleicht nur ein paar Mal im Monat oder gar nicht. Entscheidend ist, dass die Masturbation keinem schadet und nicht mit dem täglichen Leben, der Arbeit, den Verantwortlichkeiten oder den sozialen oder romantischen Beziehungen interferiert.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass die Bedürfnisse und Vorlieben im Laufe des Lebens variieren können. Stress, Gesundheit, Beziehungsstatus, Zeit und viele andere Faktoren können die Häufigkeit des Masturbierens beeinflussen. Sowohl tägliches Masturbieren als auch weniger häufiges Masturbieren können völlig gesund sein.

Was ist zu viel Selbstbefriedigung? Ab wann ist Masturbieren schädlich?

Wie bei vielen Dingen im Leben kann auch tägliches Masturbieren schädliche Auswirkungen haben. Bei manchen Menschen kann zu oft masturbieren zur Entwicklung eines zwanghaften Verhaltens führen, das mit Stress, Angst oder Schuldgefühlen verbunden ist. Sie kann auch dazu führen, dass sich Personen sexuell weniger zufrieden fühlen, insbesondere wenn Masturbation die primäre Form der sexuellen Aktivität ist.

Es ist jedoch ein Irrglaube, dass häufiges Masturbieren zu Hautirritationen im Gesicht führen könnte. Zwar kann die kontinuierte Reibung die Haut der Genitalien reizen, jedoch gibt es keine Studien, die einen Zusammenhang zwischen Masturbation und allgemeiner Hautgesundheit gefunden haben. 

Es ist wichtig, eine gesunde Balance zu finden. Wenn häufiges Masturbieren einen negativen Einfluss auf Ihr Leben hat – ob es sich um körperliche Beschwerden, negative Auswirkungen auf Beziehungen oder andere Aspekte des Lebens handelt – kann es hilfreich sein, mit einem/einer Arzt/Ärztin oder Therapeuten/Therapeutin zu sprechen.

Sofern die Masturbation mit Pornokonsum einhergeht, kann sich die Liste der potenziellen psychischen Folgen verlängern. (mehr dazu weiter unten)

Kann Masturbation zu Erektionsproblemen führen?

 Ein Paar, das mit seinem Sexualleben unzufrieden ist, weil der Mann Erektionsprobleme hat

Masturbation an sich führt normalerweise nicht zu Erektionsproblemen. Tatsächlich ist Masturbation eine normale und gesunde sexuelle Aktivität, die keine direkten negativen Auswirkungen auf die erektile Funktion hat.

Allerdings gibt es bestimmte Kontexte und Verhaltensweisen, die mit Masturbation verbunden sind, die potenziell zu Erektionsproblemen führen könnten. Zum Beispiel ist die Erektionsstörung durch Pornos längst kein Mythos mehr. [8]

Es wurde vorgeschlagen, dass übermäßiger Pornokonsum das Gehirn sensibilisieren kann, um auf bestimmte sexuelle Reize zu reagieren, was zu Schwierigkeiten führen kann, eine Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten, wenn diese spezifischen Reize nicht vorhanden sind, z.B. beim Sex mit einem Partner.

Eine andere Situation, in der Masturbation zu Erektionsproblemen führen könnte, ist die so genannte "Todesgriff"-Masturbation. Dies bezieht sich auf das Masturbieren mit einem sehr festen Griff, was dazu führen kann, dass der Penis desensibilisiert wird und es dann schwieriger machen könnte, eine Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten, besonders während des Geschlechtsverkehrs mit einem Partner. [9]

Es ist wichtig zu betonen, dass diese Situationen nicht die Norm sind und nicht auf alle Menschen zutreffen, die masturbieren. Die meisten Menschen, die masturbieren, auch diejenigen, die häufig masturbieren oder sogar jeden Tag masturbieren, haben keine Erektionsprobleme.

Senkt Masturbieren Testosteron?

Es gibt viele Mythen und Missverständnisse über den Zusammenhang zwischen Masturbation und Testosteron.

In einer Studie wurden drei Gruppen von jungen, gesunden Männern untersucht: eine Gruppe, die masturbierte und dabei visuelle Reize hatte; eine Gruppe, die nur visuelle Reize hatte, aber nicht masturbierte; und eine Gruppe, die weder masturbierte noch visuelle Reize hatte.  

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass sowohl Masturbation als auch visuelle Reize dazu beitragen könnten, den normalen Tagesabfall des freien Testosterons zu verhindern. Freies Testosteron ist eine Art von Testosteron, das im Körper frei zirkuliert und leichter von unseren Zellen aufgenommen werden kann. 

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass Masturbation möglicherweise einen Einfluss auf die Konzentrationen von freiem Testosteron hat, aber nicht auf die Verhältnisse von Testosteron zu Cortisol. [10]

Eine mehrwöchige Abstinenz oder Pornoentzug könnte das Testosteron erhöhen

Diese Studie hat untersucht, was passiert, wenn Männer für drei Wochen auf sexuelle Aktivitäten verzichten und dann masturbieren, bis sie einen Orgasmus haben. Sie wollten herausfinden, wie sich das auf verschiedene Körperparameter auswirkt, darunter Hormone und Herzfunktionen. Sie haben das bei zehn gesunden erwachsenen Männern getestet, sowohl vor als auch nach der dreiwöchigen Abstinenz.

Die Ergebnisse zeigten, dass ein Orgasmus den Blutdruck, die Herzfrequenz und die Konzentrationen bestimmter Hormone und Substanzen (wie Adrenalin, Noradrenalin und Prolaktin) erhöht. Diese Effekte waren sowohl vor als auch nach der dreiwöchigen Abstinenz gleich. Andererseits war der Testosteronspiegel im Blut nach einem Orgasmus nicht verändert, aber er war höher nach der dreiwöchigen Abstinenz. [11]

Führt Masturbation zu Haarausfall?

Ein kahlköpfiger Mann betrachtet einen Kamm, besorgt über den Haarausfal

Dies ist ein weiterer Mythos, der im Internet weit verbreitet ist, aber es gibt keine wissenschaftlichen Beweise, die diese Behauptung stützen. Der überwiegende Teil des Haarausfalls bei Männern wird durch eine genetische Bedingung namens androgenetische Alopezie (männlicher Haarausfall) verursacht, die durch die Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Dihydrotestosteron (DHT), einer Form von Testosteron, beeinflusst wird. [12]

Masturbation hat keinen Einfluss auf den DHT-Spiegel im Körper, und es gibt keine Beweise, die einen Zusammenhang zwischen zu viel Selbstbefriedigung und Haarausfall herstellen. Haarausfall ist ein komplexes Phänomen, das durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird, darunter Genetik, Hormonspiegel, Stress, Ernährung und allgemeine Gesundheit. Wenn Sie besorgt über Haarausfall sind, ist es am besten, einen Gesundheitsdienstleister aufzusuchen, um mögliche Ursachen und Behandlungsoptionen zu besprechen.

Ist eine Impotenz durch Pornos möglich?

Masturbation, die von Pornokonsum begleitet wird, könnte problematischer sein, als Masturbation ohne visuelle Reize. Pornografie kann aus verschiedenen Gründen negative Auswirkungen auf die sexuelle Funktion und Potenz haben. Es gibt viele potenzielle Mechanismen, wie Pornos Impotenz verursachen können. Hier sind einige potenzielle Effekte, die von Forschung und klinischer Praxis berichtet wurden bezüglich der allgemeinen sexuellen Gesundheit und Potenzproblemen durch Pornos.

  1. Unrealistische Erwartungen: Pornos stellen oft übertriebene oder unrealistische Darstellungen von Sexualität dar. Dies kann zu unrealistischen Erwartungen hinsichtlich sexueller Performance, Aussehen, Verhalten oder Vorlieben führen. Diese verzerrten Vorstellungen können zu Leistungsangst, sexueller Unzufriedenheit und Potenzproblemen führen. 
  2. Körperliche Inaktivität: Das stundenlange Anschauen von Pornografie kann zu körperlicher Inaktivität führen. Ein sitzender Lebensstil ist mit einer Reihe von gesundheitlichen Problemen verbunden, einschließlich einer erektilen Dysfunktion. So könnten indirekt Potenzprobleme durch Pornos verursacht werden. [13]
  3. Schlafstörungen: Einige Menschen benutzen Pornografie als eine Art Schlafmittel, was zu einem problematischen Muster führen kann, in dem der Schlaf mit sexueller Aktivität verbunden ist. Dies kann zu Schlafstörungen führen, die wiederum die sexuelle Funktion und die allgemeine Gesundheit beeinträchtigen können. [14]
  4. Überstimulation: Übermäßiger Konsum von Pornografie kann zu einer Überstimulation des Belohnungssystems im Gehirn führen, was zu einer erhöhten Toleranz führen kann. Dies bedeutet, dass immer mehr Stimulation (oder immer intensivere Pornografie) benötigt wird, um das gleiche Niveau an Erregung oder Zufriedenheit zu erreichen. Im Extremfall kann dies dazu führen, dass eine normale sexuelle Interaktion nicht mehr ausreichend erregend ist, was zu Erektionsproblemen wegen Pornos führen kann.
  5. Dopamin-Dysregulation: Übermäßiger Pornokonsum kann die Dopamin-Regulierung im Gehirn beeinflussen. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der eine wichtige Rolle bei Belohnung und Motivation spielt, einschließlich sexueller Erregung. Pornos könnten zu Impotenz führen, da der übermäßige Konsum das Gehirn gegen Dopamin desensibilisiert. [15]
  6. Beziehungsprobleme: Exzessiver Pornokonsum kann Beziehungsprobleme verursachen, wenn er zu Unzufriedenheit, Eifersucht oder Vernachlässigung führt. Diese Unsicherheiten könnten eine Erektionsstörung durch Versagensangst auslösen. Diese Probleme können wiederum Stress verursachen und die sexuelle Funktion beeinträchtigen. In einer Studie wurde untersucht, wie das Schauen von Pornos in festen heterosexuellen Beziehungen die Zufriedenheit in der Beziehung beeinflussen kann. Bei Männern, die mehr Ängste in Beziehungen haben, war es so, dass mehr Pornokonsum mit mehr Beziehungszufriedenheit verbunden war. Bei Frauen, die mehr Ängste hatten, war es jedoch genau das Gegenteil: mehr Pornokonsum führte zu weniger Zufriedenheit in der Beziehung. [16]

Hinweis: Es gibt extrem viele Gründe für eine erektile Dysfunktion. Ob tatsächlich die Pornos Impotenz verursachen, kann nur ein/e Spezialist/in für erektile Dysfunktion klären.

Fazit: Masturbieren ist gesund, sofern man es nicht übertreibt

gesundes Sexualverhalten ist, das eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen mit sich bringen kann, einschließlich:

  • Stressabbau,
  • erhöhte sexuelle Selbstkenntnis,
  • verbesserte Stimmung und Wohlbefinden,
  • sowie gestärkte körperliche Gesundheit in Form von Prostata- und Beckenbodengesundheit. 

Jedoch ist es wichtig zu betonen, dass, wie bei vielen Verhaltensweisen, ein gesundes Maß und ein bewusster Umgang notwendig sind. Übermäßiges Masturbieren, besonders in Verbindung mit exzessivem Pornokonsum, kann zu Problemen führen wie: 

  • sexuellen Dysfunktionen (z.B. Erektionsstörungen wegen Pornos),
  • körperlicher Inaktivität,
  • oder einem unausgeglichenen Dopaminhaushalt.

Männer, die regelmäßig Pornos sehen, und an ED leiden könnten daher erwägen zunächst mit dem Pornokonsum zu beenden, bevor sie sich nach potenziellen Behandlungen von Erektionsstörungen erkundingen.

Es gibt auch viele Fehlannahmen zur Masturbation, die definitiv nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen basieren. Tägliches Masturbieren führt nicht zu:

  • Haarausfall,
  • Hautirritationen, 
  • oder besseren Schlaf.

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Erektile Dysfunktion behandeln

Dieser Artikel dient nur allgemeinen Informationszwecken und beabsichtigt nicht, eine medizinische Behandlung in irgendeiner Form zu fördern und ist kein Ersatz für die Konsultation eines professionellen Arztes. Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, um eine persönliche medizinische Beratung zu erhalten. Für einen medizinischen Rat sollten Sie immer den Rat eines Arztes oder eines anderen qualifizierten Gesundheitsdienstleisters einholen.

Quellen
  1. Fischer N, Graham CA, Træen B, Hald GM. Prevalence of Masturbation and Associated Factors Among Older Adults in Four European Countries. Arch Sex Behav. 2022 Apr;51(3):1385-1396. doi: 10.1007/s10508-021-02071-z. Epub 2021 Nov 9. PMID: 34751860; PMCID: PMC8917107. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34751860

  2. Steeno O, Coucke W, Koninckx P. Prolaktin und Stress durch Masturbation [Modification of prolactin and stress by masturbation]. Andrologia. 1979;11(6):466-9. German. PMID: 532987. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/532987/

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